Auf der CeBIT sagte ein Sprecher von Turtle Entertainment, dass mit 25 Jahren die Reflexe nachlassen und deswegen nur wenige Spieler dieser Altersklasse im professionellen Online-Gaming der Intel Extreme Masters zu finden seien. (Quelle) Dieser Auffassung scheinen auch viele jugendliche Counterstrike-Spieler zu sein, die, genauso wie ich, Teilnehmer der Electronic Sports League (ESL) sind.
Sicher lassen die Reflexe im fortschreitendem Alter nach, das will ich gar nicht bestreiten. Allerdings dürfte das wohl mit 25 Jahren – oder mit meinen 33 – nicht gerade ein Handicap sein. Ich glaube eher, dass die Reflexe so minimal nachlassen, dass es für reaktionsschnelle Spiele wie Counterstrike nicht ausschlaggebend ist. Vielmehr entscheiden regelmässiges Training, eine Menge Spielerfahrung und ein eingespieltes Team die Matches.
Dass es selten professionelle Spieler gibt, die unter 25 Jahre alt sind wird wohl eher andere Gründe haben. Denn mit 25 Jahren denkt man sicherlich mehr an die Karriere, die Familienplanung oder das Studium. Da daddelt man halt nicht mehr fünf Stunden am Tag, wie manch ein 16jähriger.
Wenn man sich das Alter von Profiboxern anschaut, dann wird man feststellen, dass diese oft so um die 30 Jahre alt sind. Und diese wären garantiert keine Profis auf ihrem Gebiet, wenn sie keine guten Reflexe hätten. Vielleicht sollten diejenigen, die solche Sätze dahersagen, sich einfach mal mit einem geübten Boxer in den Ring stellen. Dann wird man sicherlich ziemlich schnell feststellen, dass Reflexe im Alter von ca. 30 Jahren locker mit den Reflexen von unter 25jährigen mithalten können.
Ich befinde mich übrigens gerade unter den Top 50 Counterstrike-Source-Spielern der höchsten nationalen 1on1 Spielklasse (also Eins-gegen-Eins) der ESL in Deutschland. Ich bin 33.

